Die besten WM-Spiele aller Zeiten (1/5)

ussr-belgiumPlatz 25: Sowjetunion 3:4 Belgien n.V.
WM 1986/Achtelfinale
Es kann nur einen geben! Die Sowjets und die Belgier gehörten in Mexiko zu den absoluten Geheimfavoriten. Begleitet von einer Aura des Spektakels spielten sich die beiden Teams schonungslos offensiv durch die Vorrunde. Und dieses Achtelfinale konnte die hohen Erwartungen sogar noch toppen.
Die „roten Teufel“ hatten eine in ihrer Geschichte wohl einmalige Offensive, und die Sowjetunion hatte Igor Belanov. Der Ukrainer, später in Deutschland bei Gladbach und Braunschweig aktiv, war auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen bot den Belgiern quasi im Alleingang Paroli. In einem Spiel mit Chancen für alle acht Achtelfinals behielt Belgien letztendlich nach 120 nervenaufreibenden Minuten die Oberhand und marschierte bis ins Spiel um Platz 3 weiter.

Brazil-Sweden-World-Cup-Final-1958-Sweden_2406165Platz 24: Schweden 2:5 Brasilien
WM 1958/Finale
Im Halbfinale zwischen dem Gastgeber und dem Titelverteidiger Deutschland kam es zu einem Eklat ersten Ranges, das von Seiten der Deutschen mit den höchsten diplomatischen Sanktionen geahndet wurde: Dem Streichen der Schwedenplatte in den Gaststätten. Die hitzige Stimmung in Göteborg und der ungerechtfertigte Platzverweis gegen Juskowiak wurden als Affront gewertet.
Doch im Finale konnten weder die Einpeitscher vor der Fankurve noch der Schiedsrichter etwas für die Schweden ausrichten: Brasilien, mit einem 17-jährigen Jahrhunderttalent namens Pele, spielte den außergewöhnlichsten, technisch hochwertigsten Fußball den es bis dato gegeben hatte. Nach früher Führung gingen die Schweden im Torrausch der Brasilianer unter, die mit diesem Spiel nicht nur ihre lang ersehnte erste Weltmeisterschaft feierten sondern auch den Grundstein für die sensationelle Ära mit drei Titeln innerhalb von zwölf Jahren legten.

s100703_germany4pg-verticalPlatz 23: Argentinien 0:4 Deutschland
WM 2010/Viertelfinale
Die Sehnsucht war groß bei den Gauchos: 24 Jahre nach dem letzten Titelgewinn, 20 Jahre nach dem letzten Finale sollte es am Kap der guten Hoffnung endlich klappen. Die Erfolgsgaranten: Zwei Jahrhundertspieler; einer auf dem Platz, einer auf der Bank. Doch beide fanden bei dieser WM bis dahin so gut wie überhaupt nicht statt: Messi in seinen Offensivaktionen unglücklich, Maradona an der Seitenlinie ideenlos und uninspirierend. Das Vorankommen des Turnierfavoriten Argentinien war zumindest fraglich.
Doch was dann kam sprengte sämtliche Dimensionen: Deutschland legte sich die Argentinier zurecht, und klatschte sie mit vier gewaltigen Faustschlägen KO. War vor der WM noch diskutiert worden, wie Deutschland nur ohne Michael Ballack ein Tor erzielen wolle, so konnte sich die Nationalelf während des Turniers vor offensiven Siegertypen kaum retten. An diesem Nachmittag trafen Müller, Friedrich und Klose mit einem astreinen Doppelpack samt Salto ins Herz der Argentinier. So einen phänomenal souveränen Sieg hatte es selbst in der ruhmreichen Geschichte des DFB gegen einen gleichwertigen Gegner noch nie gegeben.
Maradona und Schützling Messi guckten unterdessen in die Röhre. Zum zweiten Mal in Folge hatte Deutschland ihnen die Tour vermasselt. Und vier Jahre später sollte es noch dicker kommen.

_47933408_bebeto_512_getPlatz 22: Brasilien 3:2 Niederlande
WM 1994/Viertelfinale
Vierundzwanzig lange, titellose Jahre waren für die Brasilianer vergangen. Eine goldene Generation war gekommen und wieder abgetreten, nun lag es an einem der besten Sturmduos der Fußballgeschichte den Cup nach Hause zu holen: Bebeto, der Weltenbummler, und Romario, der Weltfußballer, spielten die gegnerischen Abwehrreihen schwindelig und ließen die Heimat vom lang ersehnten goldenen Pokal träumen.
Der Gegner im Viertelfinale von Dallas war eine Niederlande im Umbruch, ein Mischmasch aus alten Veteranen (Rijkaard, Koeman, Wouters) und einer neuen Generation um die künftigen Ajax-Champions (Overmars, de Boer, Bergkamp), die in den USA noch keine homogene Einheit bildeten.
In der völlig verrückten zweiten Halbzeit geht Brasilien durch das Duo der Stunde in Führung. Erst trifft Romario, dann sein kongenialer Sturmpartner. Doch kaum hat Bebeto fertig gejubelt, gelingt den Oranje durch Bergkamp der Anschlusstreffer, nur fünf Minuten später erzielt Winter den Ausgleich. Das Spiel ist nun an Intensität kaum zu überbieten, Chancen auf beiden Seiten – und das glücklichere Ende für die Südamerikaner: Branco erzielt mit einem phänomenalen Freistoß den Siegtreffer. Der Traum für Brasilien lebt weiter, die Holländer hingegen müssen erneut mit leeren Händen nach Hause fahren. Ein Klassenspiel!

17-BergkampPlatz 21: Niederlande 2:1 Argentinien
WM 1998/Viertelfinale
Ein Moment, eine Aktion, ein Finish für die Ewigkeit; eines der schönsten Tore in der glorreichen Historie dieser Sportart als i-Tüpfelchen auf eine sensationelle, hochdramatische Partie.
Holland und Argentinien zählten bei der WM 1998 in Frankreich (wie eigentlich immer) zu den absoluten Topfavoriten, und sind darüber hinaus so etwas wie die „Drama Queens“ der Vorschlussrunde. Während Argentinien in einem ebenfalls historischen Spiel die Engländer im Elfmeterschießen ausknocken konnte, gewannen die Holländer durch ein Davids-Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit gegen Jugoslawien.
Das Viertelfinale in Marseille beginnt auf hohem Niveau, Chancen auf beiden Seiten, und nach zwanzig Minuten je ein Tor für beide Mannschaften. In der Folge schaukeln sich die Emotionen weiter hoch, der direkte Vergleich zweier sensationeller Mannschaften steigert sich zu einem Drama mit immer mehr Kampf. Erst muss Oranje-Linksverteidiger Numan runter, wenig später erhält Ortega für eine Schwalbe mit anschließendem Kopfstoß die wohl schnellste Gelb-Rote-Karte der Geschichte. Alles sieht nach Verlängerung aus, dann kommt Dennis Bergkamp. Der Arsenal-Star nimmt einen weiten Ball mustergültig an, legt ihn sich an zwei Weiß-Blauen vorbei auf den rechten Fuß und zieht zauberhaft ins linke Eck ab. Ein Tor wie ein klassisches Meisterwerk.

Weiter zu den Plätzen 16-20

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